Sterben

„Wenn ein Geist stirbt, wird er Mensch.
Wenn der Mensch stirbt, wird er Geist.“
Novalis

Was ist dann Sterben?

Für das Leben hier auf Erden, für unser Wirken und Sein, nehmen wir den Körper in seiner Form, mit seinen äußeren Sinnen, ein. Ganz licht und rein ist er zur Stunde der Geburt. Er ist unser Gefährt, unser Zuhause. Den Beginn dieser Erfahrung nennen wir Geburt. Es ist zugleich Ende des Lebens als „reines Bewusstsein“, denn wir  verlassen die reine formlose Welt.

Nun nehmen wir vorrangig mit den Augen des Körpers wahr und erfahren uns in erster Linie selbst als Form. So erleben wir uns als „begrenzte“ Wesen.

Wenn wir unser Leben gelebt, unsere Erfahrungen in der dafür notwendigen Zeit gesammelt haben, lassen wir den Körper wieder los  und wechseln erneut in die formlose Welt.

Das Ende dieses Hinübergehens nennen wir nun Tod oder Sterben. Zugleich ist dieses Ende erneut der Beginn für die Existenz in der Wirklichkeit, aus der wir vor unserer Geburt herkamen – mit den Augen des Körpers nicht mehr wahrnehmbar.

Der Tod ist nicht das Gegenteil vom Leben. Er ist der Gegenpol zur Geburt.

Eine bestimmt Farbe können wir nur wahrnehmen, weil es auch andere Farben gibt.
Das Vergängliche können wir nur wahrnehmen, weil es einen Gegenpol hat – das Unvergängliche. In der dualen Welt drückt sich dies deutlich in allem aus, was existiert.
(aus „Stille spricht“ von Eckard Tolle)

Menschen mit Nahtod-Erfahrungen sprechen alle aus einem tiefen Frieden. Es gibt keinen Grund mehr zur Angst vor dem Tod.