Aufbahrung und Totenfürsorge

Die Totenfürsorge kann ein sehr heilsamer Schritt im Abschiedsprozess sein.

Sie können Ihren Verstorbenen bis zu 36 Stunden (gesetzlich vorgeschriebene Zeit)
Zuhause oder im Hospiz aufbahren oder sich in einem Abschiednahme-Raum von ihm ganz in Ruhe verabschieden.

Mit einem liebevollen Waschen, Ölen und Ankleiden schenken wir dem Körper des Verstorbenen  in seiner beginnenden Wandlung und auf seinem Weg der Ablösung aus unserer materiellen Welt noch einmal alle Aufmerksamkeit, Liebe und Respekt.

Wir können beten, singen oder einfach nur da sein und im Geiste der Seele des Verstorbenen liebevolle und dankbare Gedanken mit auf den Weg geben.

So kann allmählich auch in uns Stille und Frieden einkehren…

Wir betten den Verstorbenen in den Sarg und schließen den Deckel. Auch das ist  – bewusst getan – ein heiliger Akt und wir können damit ein Loslassen erleben.  Meist löst dieser Moment nochmals tiefe Trauer aus. Das ist ganz richtig so und heilsam, denn mit jedem Annehmen und dem Fühlen all der Gefühle geschieht Integration, die wichtig ist für das eigene Wohlsein und die weitere Zeit des Abschieds.

Ein Weg in vielen kleinen Schritten…
Das eigene Tun und Gestalten kann immer wieder helfen ganz allmählich zu verstehen, was geschieht und das es so richtig ist.

In dieser besonderen Atmosphäre dieser Momente, in der die Grenzen zur anderen Wirklichkeit sehr zart und wir selbst dünnhäutig sind, haben wir Gelegenheit zu erfahren, dass etwas, was wir vielleicht Geist, Seele, Präsenz oder Essence nennen, unsterblich ist und sich vom physischen Körper – von der irdischen Hülle des Sterbenden löst.  Damit es in der formlosen Welt seinen Weg weiter lebt.

Diese Erfahrungen  können unsere Verbindung zum Verstorbenen trotz des Verlustes stärken. Wir wechseln dafür in dieser Zeit die Ebenen. Eine Kommunikation ist im Geiste und im Herzen auch eine Kommunikation und damit eine bleibende Verbindung.

Wenn Ihnen diese Teil des Weges Angst macht oder Sie befürchten, dass Sie dem nicht gewachsen sind, dann können wir vorher über all Ihre Gedanken und Gefühle sprechen. Dann können wir gemeinsam schauen, ob und wie ich Sie unterstützen kann, diesen Schritt zu tun.

Und es ist ebenso ganz in Ordnung, wenn ich für Sie die Totenfürsorge ganz übernehme.  Bei all dem gibt es kein richtig oder falsch. Es ist immer gut, die eigenen Gefühle und Grenzen ernst zu nehmen.